Die Sechs, die mehr waren

Kurzbiographien der zum Tode verurteilten Salzburger Kommunisten während der NS-Diktatur anlässlich der Feierlichkeiten eines Ehrenmahnmals am Salzburger Kommunalfriedhof

Überblick: Die kommunistischen Widerstandsgruppen von Salzburg, Hallein und Tenneck entstanden autonom, ohne direkte Einwirkung von außen, jeweils ausgehend von einer Handvoll zumeist langjähriger kommunistischer Parteigänger bzw. niederer Funktionäre, welche sich um eine integrationsfähige Leitfigur sammelten, um Franz Ofner in Salzburg, Ferdinand Robl in Tenneck und vermutlich Edmund Rzehorska und sodann Josef Stoltschnik in Hallein.

Bis Frühjahr 1940 wurden durch Ofner und seine engsten Vertrauten in den Salzburger Stadtteilen Gnigl, ltzling, Maxglan und Kasern sowie am Salzburger Hauptbahnhof kommunistische Zellen gebildet, wobei jene informellen Kontakte behilflich waren, die sie noch im auslaufenden “Ständestaat” hergestellt hatten.

Das hierarchisch strukturierte Widerstandsmodell bestand aus dem Landesleiter, einer “Erweiterten Landesleitung”, Untergebieten, Ortsgruppen und Zellen und mit der bekannten Aufgabenteilung auf allen mittleren und höheren Ebenen in Organisation, Politische Leitung, “Literatur" und Kassierwesen. (Haas) Die Landesleitung der KP bestand von 1940 bis zu ihrer Aufdeckung im Januar 1942 aus den Salzburgern Franz Ofner, Ingenieur Anton Schubert, Telegrafenarbeiter Anton Reindl, Maurerpolier Georg Hofweirer und dem Maurer Karl Schallmoser geführt. Nach der Einberufung von Ofner zur Wehrmacht am 5. Februar 1941 übernahm Schubert die politische Führung der Landesleitung und die der Stadt Salzburg. Der zentrale Ausschuss wurde von Georg Hofweirer, Karl Schallmoser und Eduard Erleshofer geführt. Für die Propagandatätigkeit war Heinrich Auer zuständig. (DÖW)

Daneben gab es auch noch Jugendgruppen in Hallein und Salzburg. Die seit Frühjahr 1941 stattfindenden Zusammenkünfte von der damals 22-jährigen Rosa Hofmann, Maria Langwieser und Anna Reindl bezeichnete das Gericht als Salzburger Frauengruppe. Die politische Arbeit beschränkte sich dabei auf organisationsinterne Propaganda. Politische Werbearbeit über den engsten Kreis hinaus und Sabotageaufrufe wurden bis 1942 unterlassen. Als eine Ausnahme gilt die Flugblattaktion der Rosa Hoffmann, die an verschiedenen öffentlichen Orten Aufforderungen hinterlegte, dem sinnlosen Krieg ein Ende zu setzen, die Gewehre umzudrehen und “für eine freie sozialistische Räterepublik”, “ein freies sozialistisches Europa” zu kämpfen. (Haas)

Bereits im Jahre 1939 wurden aus rein präventiven Gründen neun ehemalige Kommunisten und Sozialisten in Hallein verhaftet. Etwa zu jener Zeit entwickelt sich eine erste spürbare Mobilisierung gegen den Nationalsozialismus. Zumutungen im wirtschaftlichen Bereich, und später vor allem der Krieg, hinterließ eine enttäuschte Arbeiterschaft, die sich nun zum Teil der Kommunistischen Partei anschloss. Die Attraktivität des kommunistischen Widerstands insgesamt entsprach dem Handlungsbedarf der Basis, welcher in der gewünschten Form von den Sozialdemokraten nicht erfüllt wurde. Für die Stadt Salzburg - von den Eisenbahnern abgesehen - spielte der Betrieb als Rekrutierungsfeld eine untergeordnete Rolle. Denn die so wichtigen Organisationen von Gnigl und Maxglan waren nicht durch gemeinsame Arbeit, sondern durch gemeinsame politische Sozialisation bei den sozialdemokratischen Kinderfreunden, Roten Falken und später den Jugendorganisationen von Turn- und Sportvereinen, Wehrturnen und Republikanischem Schutzbund geprägt. Die Eisenbahnerorganisation war mit zusammen 40 bis 50 gerichtlich Belangten vermutlich die größte Salzburger kommunistische Widerstandsgruppe. Grundsätzlich kann gesagt werden, dass der kommunistische Widerstand in allen Fällen bestehende örtliche Strukturen der Arbeiterbewegung in seine Organisationszellen verwandelt hat, jedoch nur dort, wo sie zugleich in ein gewachsenes proletarisches Lebensmilieu im Umkreis von Betrieb und Arbeiterheim eingebunden waren. Ein organisatorischer Zusammenschluss der zahlenmäßig starken Gruppe der Revolutionären Sozialisten und konservativen Antifaschist/innen kam freilich nicht zustande. Die kommunistische Widerstandsbewegung überschritt sozial gesehen jedenfalls nicht die Grenzen der Arbeiterschaft und politisch nicht jene der Arbeiterbewegung. (Haas)

Der Beitritt zur KPÖ und erst recht die Funktionärsarbeit bedeutete einen bewussten Loyalitätsbruch mit dem nationalsozialistischen System, welches unbedingte Unterwerfung verlangte. Den illegalen Kommunist/innen war Dachau nach den präventiven Verhaftungen des Jahres 1938 nur zu gut bekannt. lhr Widerstand war ein politischer, an seinem fernen Ende stand der Sturz des NS-Systems. (Haas)

Heinrich Auer († 30.07.1943), Heizer, geboren am 21. September 1909 in Maxglan, ledig, von Beruf Konditor später bei den städtischen Gaswerken beschäftigt, wohnte beim Ehepaar Prähauser in Schallmoos.

Bis zum Frühjahr 1940 waren in der Stadt Salzburg allein sechs KP-Gruppen tätig, ferner bestanden solche in Mattighofen (einschließlich Schalchen), in Kasern, in Bürmoos (einschließlich Hackenbuch und Oberndorf) und in Hallein. Der Versuch, in Salzburg eine Frauengruppe zu bilden, hatte keinen Erfolg (obwohl dies vom Gericht so gesehen wurde, siehe oben Hoffmann), sodass Ofner die Aufnahme der Frauen in die übrigen Gruppen anordnete. Um diese Gruppen fester zusammenzufassen, bildete er einen provisorischen Hauptkader, in dem er selbst die politische und organisatorische Leitung, Anton Reindl die Kassierung und Heinrich Auer die

Funktion des Verbindungsmannes übernahmen. Heinrich Auer, der darüber hinaus auch Leiter der bei der Kreisleitung Salzburg eingerichteten Literaturstelle war, stellte mit Hilfe der Anna Prähauser laut Gestapo monatlich 50-80 “Schulungsbriefe” und alle zwei bis drei Monate die gleiche Anzahl an “Informationsblätter der KP" her. Sein Tätigkeitsbereich erstreckte sich vor allem auf die Salzburger Gaswerke. (DÖW) Das Haus, in dem Auer wohnte, befand sich in unmittelbarer Nähe zum Gasthaus “Ramsauer” in der Vogelweiderstraße 96, ein unter dem NS-Regime konspirativer Ort des Widerstandes. Die Pächterin Theresia Roider war bis zur Befreiung 1945 in Haft, ihr Ehemann Franz Roider beging am 25. Februar 1942 im Polizeigefängnis Suizid. Heinrich Auer wurde im Jänner 1942 verhaftet, am 24. August 1942 ins KZ Dachau deportiert, am 6. April 1943 vom “Volksgerichtshof” wegen “Zersetzung der deutschen Wehrkraft in Verbindung mit landesverräterischer Begünstigung des Feindes und Vorbereitung zum Hochverrat” zum Tode verurteilt und 33-jährig am 30. Juli 1943 in München-Stadelheim hingerichtet. (Kerschbaumer)

Franz Pöttinger († 19.04.1943), aus Salzburg, geboren am 8. Januar 1907, Telegrafenbauarbeiter, wohnte zuletzt im Anbau des Gasthauses “Weiserhof”, wo mit Vorliebe Arbeiter/innen und Eisenbahner verkehrten. (Kerschbaumer)

Pöttinger war von 1938 ab bis zu seiner Festnahme Telegrafenarbeiter bei der Deutschen Reichspost in Salzburg und kurze Zeit in einer marxistischen Baugewerkschaft organisiert. Anfang 1941 trat Pöttinger der KPÖ bei. Er war hauptsächlich für die Anwerbung neuer Mitglieder verantwortlich. Im Dezember 1941 stellte Pöttinger laut der schriftlichen Urteilsverkündigung die Beitragszahlung und Kassierung ein. Dennoch kann nicht von einer “Entlastung” gesprochen werden, so das Gericht weiter, da er “bewusst in die KP eingetreten ist”. Interessant ist, dass sein Arbeitskollege und späterer Konspirant Johann Illner von 1932 bis 1934 der SPÖ

dann bis 1938 der Väterländischen Front angehörte, im Mai 1938 in die NSDAP eintrat und ab 1940 Mitglied der KPÖ war. (DÖW) Franz Pöttinger wurde am 7. April 1942 von der Gestapo verhaftet, gemeinsam mit seinem Arbeitskollegen Johann Illner am 3. November 1942 vom “Volksgerichtshof” wegen “Vorbereitung zum Hochverrat” zum Tode verurteilt und 36-jährig am 19. April 1943 in München-Stadelheim hingerichtet. (Kerschbaumer)

Karl Schallmoser (†22.07.1943),  Mauerpolier aus Bergheim-Lengfelden, verheiratet, geboren am 8. Oktober 1906 in Siegershaft bei Braunau am Inn (DÖW) bzw. in Kirchberg bei Mattighofen (Kerschbaumer). Er war aktiver Gewerkschafter bis zum Verbot der Sozialdemokratie im Februar 1934. Danach wendete er sich der illegalen KP zu. Er wurde am 27. Jänner 1942 verhaftet, am 6. April 1943 vom „Volksgerichtshof“, der im Schwurgerichtssaal des Landesgerichtes Salzburg tagte (6. Senat unter dem Vorsitz des Volksgerichtsrates Walter Hartmann), wegen „Zersetzung der deutschen Wehrkraft in Verbindung mit landesverräterischer Begünstigung des Feindes und Vor-bereitung zum Hochverrat“ zum Tode verurteilt und 36-jährig am 22. Juli 1943 in München-Stadelheim hingerichtet. In diesem Prozess wurden auch die drei Kommunisten Heinrich Auer, Anton Reindl und Anton

Schubert zum Tode verurteilt. Auf Initiative des Landesverbandes Salzburg der österreichischen KZler, Häftlinge und politisch Verfolgten wurden die hingerichteten Widerstandskämpfer Heinrich Auer, Karl Schallmoser, Anton Schubert und Rudolf Smolik auf dem Forstfriedhof in München-Perlach exhumiert (Anm. KPÖ ebenso Franz Pöttinger und Josef Wartinger) und am 14. Dezember 1952 auf dem Kommunalfriedhof in Salzburg – unter Beteiligung des Pfarrers Franz Dürnberger aus Gnigl – feierlich bestattet. Angemerkt sei an dieser Stelle, dass Dürnberger ins KZ Dachau deportiert wurde, nachdem er auf Wunsch der Mutter von Anton Schubert für diesen eine Messe las. Er konnte im April 1945 befreit werden. Der Vorschlag des antifaschistischen Personenkomitees im Jahr 1988, nach Karl Schallmoser in Salzburg einen öffentlichen Verkehrsweg zu benennen, geriet in Vergessenheit. Nicht unerwähnt bleiben darf, dass die Schwester von Karl Schallmoser ohne Prozess 1942 nach Auschwitz deportiert und dort ermordet wurde. Die Salzburgerinnen Maria Bumberger, Anna Frauneder, Marianne Innerberger, Anna Prähauser, Anna Reindl und die Kommunistin Josefine Lindorfer wurden in gleicher Weise ermordet. (Kerschbaumer)

Anton Schubert  († 22.7.1943), Elektroingenieur und Gewerbefachlehrer aus Salzburg, geboren am 19. September 1910 in Groß-Kunzendorf, katholisch, Sohn einer sozialdemokratischen Arbeiterfamilie, verheiratet. Mitglied der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei und des Republikanischen Schutzbundes bis zu ihrer Zerschlagung durch die österreichische Diktatur im Februar 1934. Später trat er der KPÖ bei. Die Eisenbahnerorganisation, in der Schubert organisiert war,  war einer der größten kommunistischen Widerstandsgruppen in Salzburg. Die Anregung für die Bildung einer Eisenbahnerorganisation, die zu einer der größten in Salzburg werden sollte, kam von den Spitzenfunktionären Ofner, Schubert und Reindl, die die vertrauten Kontakte der ehemaligen Itzlinger und Gnigler Arbeitersportler nutzten. Eine der beiden Führungsfiguren der Eisenbahner, Josef Haidinger, war langjähriger

Obmann des Gnigler Sportvereines; Othmar Schiller, der eine hochaktive Zelle aufbaute, war mit Schubert vom Sport her bekannt. (Haas) Im Auftrag von Ofner wurde von Anton Schubert im Herbst 1939 eine Gruppe der KP in Salzburg-Gnigl aufgezogen, deren Leitung im Sommer 1940, als Schubert zum Gebietsleiter in Salzburg bestellt wurde, der Tapezierer Lorenz Brucker und später Heinrich Gittler übernahmen. Anfang des Jahres 1941 übernahm Anton Schubert die politische Leitung des Gebiets Salzburg, der nun unter dem Decknamen „Max“ auftrat. Im Herbst 1940 oder im Frühjahr 1941 wurde von Ofner eine Verbindung mit den im Salzkammergut bestehenden KPÖ-Gruppen hergestellt und Schubert als Verbindungsmann eingesetzt. Die KPÖ-Gruppen im Salzkammergut wurden als Untergebiet Salzkammergut der KPÖ in Salzburg angeschlossen. (DÖW) Bemerkenswert ist, dass Schubert den Hauptschullehrer Josef Reischenböck aus dem konservativ christlich-sozialen Milieu für die illegale KPÖ werben konnte – ein Einzelfall. (Kerschbaumer) Sein Bruder, der Kabelmonteur Richard Schubert aus Salzburg, geboren am 22. November 1908 in Golleschau (Kreis Teschen), verheiratet, wurde wegen „Vorbereitung zum Hochverrat“ ebenfalls angeklagt (DÖW) und zu acht Jahren Zuchthaus verurteilt. Er überstand die Terrorjahre. Anton Schubert allerdings nicht. Er wurde am 17. Jänner 1942 verhaftet, am 6. April 1943 - gemeinsam mit seinen Genossen Heinrich Auer, Anton Reindl und Karl Schallmoser – vom „Volksgerichtshof“ (6. Senat unter dem Vorsitz Walter Hartmanns im Schwurgerichtssaal des Landesgerichts Salzburg) wegen „Zersetzung der deutschen Wehrkraft in Verbindung mit landesverräterischer Begünstigung des Feindes und Vorbereitung zum Hochverrat“ zum Tode verurteilt und 32-jährig am 22. Juli 1943 im Zuchthaus München-Stadelheim hingerichtet. (Kerschbaumer)

ABSCHIEDSBRIEF DES ZUM TOD VERURTEILTEN ANTON SCHUBERT

AUS DEM STRAFGEFÄNGNIS MÜNCHEN-STADELHEIM, 22. JULI 1943:

Lieber Bruder u. Schwägerin. Nun muss ich mich auch bei Euch von dieser Welt verabschieden. Wenn Ihr meine Zeilen erhaltet, so habe ich auf dieser Welt schon ausgedient. Mein irdisches Leiden nimmt heute um 6 Uhr ein Ende. lch scheide mit ruhigem Gewissen von dieser Welt. Mage es Euch gegönnt sein, den Krieg zu überleben, und möge Euch eine glücklichere Zukunft noch beschieden sein. Eine Bitte habe ich an Dich, Iieber Bruder, u. besonders Du, Iiebe Schwägerin, die Du ja am nächsten bei meiner lieben Frau bist, tröstet meine Liebsten u.  unterstütze sie, was in Deiner Macht steht. Ihr müsst Euch gegenseitig Trost u. Stütze sein. Ihr seid ja nicht die einzigen, von denen dieser Krieg Opfer fordert, und Ihr werdet auch stark genug sein, diese Opfer zu ertragen. Unser Leiden ist bald vorüber, für Euch dauert es doch Euer ganzes Leben. Vertragt Euch wie bisher, und macht Euch das Leben so angenehm, als es Euch möglich ist. Meine arme Iiebe Maus braucht jetzt eine starke Stütze, und die erbitte ich von Dir, Iiebe Schwägerin, auch für meine lieben Kinder. Mein armes Lisbetherl wird vergebens auf ihren Papa warten. Nun seid zum letztenmal gegrüßt u. geküsst von Eurem Toni. Auch Erika habe ich nicht vergessen. Grüßt mir auch alle Bekannten zum letztenmal recht herzlich.

Rudolf Smolik († 30.07.1943), Kaufmann und Radiotechniker aus Thomasroith Bezirk Vöcklabruck in Oberösterreich, lebte seit 1922 in Salzburg, katholisch, verheiratet, geboren am 14. April 1902. Rudolf Smolik wurde laut den Protokollen des Oberlandesgerichts Wien im Jänner 1940 durch Alois Auer zur KP angeworben. Im November 1940 kam der Schuhmacher Josef Hofkirchner als Heeresarbeiter nach Niederbayern, der bis dahin die Ortsgruppe Maxglan der KP leitete. Als sein Nachfolger wurde Rudolf Smolik bestimmt, der diese bis zu seiner Festnahme am 24. Februar 1942 führte. (DÖW) Ihre Aktivität beschränkte sich auf Mitgliederwerbung, Einhebung der Mitgliedsbeiträge und Unterstützung von Genossen und Familien, die in Not gerieten. (Kerschbaumer) Laut Bericht der Gestapo wurde gegen ihn wegen „Vorbereitung zum Hochverrat“ und „Verbreitung

kommunistischer Druckschriften ermittelt“. (DÖW) Rudolf Smolik wurde am 3. März 1943 vom „Volksgerichtshof“ (1. Senat unter dem Vorsitz Paul Lämmles im Schwurgerichtssaal des Landesgerichts Salzburg) wegen „Vorbereitung zum Hochverrat“ und „Feindbegünstigung“ zum Tode verurteilt und 41-jährig am 30. Juli 1943 in München-Stadelheim hingerichtet. Vierzehn Mitglieder der kommunistischen Ortsgruppe Maxglan wurden zu jeweils mehreren Jahren Zuchthaus verurteilt und oftmals in die Strafbatallion „999“ abkommandiert. (Kerschbaumer)

 
 
 
 
 
 

Josef Wartinger († 30. Juli 1943), geboren am 6. Februar 1897 in Kirchberg-Thening bei Linz in Oberösterreich, war Maurerpolier und verheiratet. Das Ehepaar wohnte im Salzburger Stadtteil Itzling. (Kerschbaumer)

Josef Wartinger war Leiter des Republikanischen Schutzbundes von Itzling, Funktionär der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei und der Freien Gewerkschaft Sektion Bauarbeiter bis zu ihrem Verbot im Februar 1934. Danach war er Mitglied der illegalen Revolutionären Sozialisten Österreichs. Unter dem NS-Regime zählte er zu der von Franz Ofner und Anton Reindl ins Leben gerufenen kommunistischen Widerstandsbewegung. Wartinger war Leiter der illegalen Ortsgruppe Itzling. Josef Wartinger wurde am 10. Februar 1942 von der Gestapo verhaftet, gemeinsam mit anderen Genossen am 3. März 1943 vom “Volksgerichtshof” (1. Senat unter dem

Vorsitz Paul Lämmles im Schwurgerichtssaal des Landesgerichts Salzburg) wegen “Vorbereitung zum Hochverrat” und “Feindbegünstigung” zum Tode verurteilt und 46-jährig am 30. Juli 1943 in München-Stadelheim hingerichtet. Der Vorschlag des antifaschistischen Personenkomitees im Jahr 1988, nach Josef Wartinger in Salzburg einen öffentlichen Verkehrsweg zu benennen, geriet in Vergessenheit. (Kerschbaumer)