Johann Braxenthaler

08. Juli 1893 - 07. August 1937

zu Tode gehetzt

Von den Nazis in den Tod getrieben
Zum 60. Todestag des Traunsteiner Antifaschisten Johann Braxenthaler

09. August 1997 - Chiemgau Blätter

Kommunistenverhaftungen. Die Staatsanwaltschaft Traunstein hat gegen die beiden Kommunistenführer Braxenthaler und Halser sowie gegen fünf weitere Rädelsführer, die am 6 . März die Demonstrationen in Traunstein inszeniert hatten, Haftbefehl erlassen und alle sieben in Untersuchungshaft abführen lassen.

12. März 1930 - Salzburger Volksblatt - S. 9

Die Reichenhaller Saalschlacht vor Gericht.
Traunstein, 10. September. Vor dem hiesigen Schöffengericht begann am Donnerstag die Verhandlung gegen 18 Kommunisten und Nationalsozialisten, die sich an der Saalschlacht im Hotel Deutscher Kaiser in Bad Reichenhall am 6. März beteiligt hatten. Ein umfangreicher Sicherungsdienst sorgte für die Aufrechterhaltung von Ruhe und Ordnung. Nach der Anklageschrift war die Versammlung von 600 Personen besucht, darunter von 150 Kommunisten und Reichsbannerleuten. Der Referent des Abends, Landtagsabgeordneter Wagner (NSDAP.), konnte seine Rede so ziemlich ungestört vollenden. Nach den Ausführungen des Kommunistenführers Braxenthaler entstand plötzlich unerhörter Lärm, als der Redner des Abends das Schlußwort sprechen wollte. Es flogen sofort Biergläser, mit Stuhlbeinen schlug man aufeinander ein. Die ganze Rauferei dauerte etwa drei Minuten, das Ergebnis waren 30 Verletzte, darunter drei schwer. Ein Salzburger büßte ein Auge ein, da ihm der Scherben eines Bierglases ins rechte Auge gedrungen war. Die Kommunisten bestritten vor Gericht, daß sie die Absicht gehabt hätten, die Versammlung zu stören.

12. September 1931 - Salzburger Wacht - S. 6

Die Reichenhaller Saalschlacht
Traunstein, 11. September. Vor dem hiesigen Schöffengericht hat am Donnerstag die Verhandlung gegen siebzehn an der Reichenhaller Saalschlacht beteiligten Personen begonnen. Es handelt sich um jene Vorfälle, die sich am 6. März d. J. anläßlich einer nationalsozialistischen Versammlung im Hotel „Deutscher Kaiser" ereignet haben. An dieser Versammlung nahmen außer Nationalsozialisten aus Bad Reichenhall und Umgebung auch SA.-Leute aus Traunstein, Laufen, Berchtesgaden, Salzburg, Hallein usw. teil, desgleichen auch zirka 150 marxistische Gegner. Der Referent des Abends, der nationalsozialistische Münchner Landtagsabgeordnete Wagner, konnte seine Rede so ziemlich ungestört vollenden. Nach den Ausführungen des Kommunistenführers Braxenthaler entstand aber plötzlich unerhörter Lärm, als der Redner des Abends das Schlußwort sprechen wollte. Es flogen sofort Biergläser, mit Stuhlbeinen schlug man aufeinander ein. Die ganze Rauferei dauerte etwa drei Minuten, das Ergebnis waren 30 Verletzte, von denen drei schwer verletzt waren. Ein Salzburger SA-Mann büßte ein Auge ein, da ihm der Scherben eines Bierglases ins rechte Auge gedrungen war. Die Angeklagten gehören allen an der Saalschlacht beteiligten Parteien an; sie wurden eingangs der Verhandlung vom Vorsitzenden aufgefordert, ihre Parteizeichen zu entfernen. Wir werden über das Urteil berichten, das erst im Laufe des heutigen Tages gefällt werden dürfte.

12. September 1931 - Salzburger Chronik - S. 8

Bayerische Bauern „pilgern" nach Rußland
Traunstein, 4. Nov. Hier haben sich unter Führung des Kommunisten Braxenthaler 25 Bauern aus den
Bezirken Traunstein, Rosenheim und Mühldorf zu einer Reisegesellschaft zusammengetan, die dieser Tage
zu „Studienzwecken" nach Sowjetrußland abreiste. Nach dem „Traunsteiner Wochenblatt" mußte die
Reise bis zur russischen Grenze von den Bauern selbst bestritten werden. Der Aufenthalt in Rußland, der 
angeblich zum „Studium" der russischen Landwirtschaft gedacht ist, soll sich auf 3 bis 4 Wochen erstrecken.

05. November 1931 - Tiroler Anzeiger - S. 4

Russlandreisende. Der Oberkommunist Braxenthaler von Traunstein ist mit 17 seiner bäuerlichen Freunde aus verschiedenen Gemeinden des Chiemgaues in Moskau angekommen und von den Sowjetbonzen großartig empfangen worden. Diese Reise stellt für die kommunistische Partei eine große Werbeaktion dar, auf die die Russen sofort eingegangen sind. Die 17 Bauern werden eine Woche hindurch in Moskau und Leningrad herumgeführt, es wird ihnen alles Schöne gezeigt und hochbefriedigt werden sie in die Heimat zurückkehren, um in der Zukunft als Sendboten der kommunistischen Partei tätig zu sein.

23. November 1931 - Salzburger Chronik - S. 4

vlg. Brax / Hans