Überblick über den kommunistischen Widerstand

gegen den Nationalsozialismus in Salzburg.

Dieser spezifische Widerstand entstand ausgehend von einer kleinen Gruppe langjähriger kommunistischer Parteigänger, welche sich um die Person Franz Ofner sammelte. Bis 1940 wurden so mehrere kommunistische Zellen in verschiedenen Salzburger Stadtteilen geschaffen, wobei hier jene Kontakte hilfreich waren, die man bereits während des Austrofaschismus gesammelt hatte. 

Zu einer der größten Widerstandsgruppen in Salzburg zählte die Eisenbahnerorganisation mit etwa 40 bis 50 Personen. Neuzugänge waren vor allem aus der sozialdemokratischen Arbeiterschaft zu verzeichnen. Enttäuscht über ihre sozial festgefahrene Situation und die zunehmenden Belastungen durch den Krieg wendeten sich ArbeiterInnen in überschaubarer Zahl der illegalen KPÖ zu. Zu einem Zweckbündnis mit SozialdemokratInnen und konservativen AntifaschistInnen kam es aber nicht. Als ein Einzelfall kann hier die Anwerbung des Hauptschullehrers Josef Reischenböck aus dem konservativ christlich-sozialen Milieu gelten.

Die politische Tätigkeit der KP bestand in der Verbreitung politischer Schriften innerhalb der Organisation, Mitgliederwerbung im engsten Kreis, Einhebung der Mitgliedsbeiträge, Unterstützung von GenossInnen und Familien, die in Not gerieten und der Versuch, die verschiedenen Gruppen in losem Kontakt zu halten.

Auf eine öffentliche Propaganda wurde jedoch verzichtet. Die Landesleitung der KPÖ Salzburg bestand von 1940 bis zu ihrer Aufdeckung im Januar 1942 aus Franz Ofner, Anton Schubert, Anton Reindl, Georg Hofweirer und Karl Schallmoser. Mindestens 79 Aktivistinnen und Aktivisten aus den kommunistischen und sozialistischen Widerstandsgruppen in Stadt und Land Salzburg kamen laut dem Historiker Gert Kerschbaumer in Konzentrationslagern oder Zuchthäusern zu Tode. Für den Historiker Hanns Haas bedeutete der Beitritt zur KPÖ und erst recht die Funktionärsarbeit „einen bewussten Loyalitätsbruch mit dem nationalsozialistischen System, welches unbedingte Unterwerfung verlangte. Den illegalen KommunistInnen war Dachau nach den präventiven Verhaftungen des Jahres 1938 nur zu gut bekannt. lhr Widerstand war ein politischer, an seinem fernen Ende stand der Sturz des NS-Systems.“

Österreich:

Ich möchte, daß sie Euch alle immer nahe bleiben...

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Der Widerstandskampf der KPÖ 1933–1945

Biografien kommunistischer WiderstandskämpferInnen in Österreich

Alfred Klahr Gesellschaft - Wien 1997

In der Geschichte der Arbeiterbewegung gab es immer wieder Perioden, in denen sie den Kampf um ihre Rechte und Freiheiten im geheimen, von den Herrschenden verboten, ja vielfach sogar unter extremen Verfolgungen führen musste. Dies gilt im besonderen ... weiterlesen