Artikel aus "Der neue Mahnruf"

Die aktuellen Ausgaben unserer Verbandszeitschrift "Der neue Mahnruf" sind auf der Website des Bundesverband im PDF-Format verfügbar.

 

"Der neue Mahnruf"

   1949 - 2005

Artikel mit Bezug zu Salzburg

 

Noch einmal Veit-Harlan-Film

Seit Wochen wird versucht, den Film des Nazi-Regisseurs Veit Harlan in irgendeinem Kino Österreichs zur Aufführung zu bringen. Veit Harlan ist der Regisseur des berüchtigten Films „Jud Süß“, eines Films, der hunderttausenden jüdischen Bürger unseres Landes und anderer Staaten Europas das Leben gekostet hat. Nichts ist daher selbstverständlicher, als daß die Opfer des Faschismus, die KZler und Zuchthäusler, die wenigen überlebenden Juden, aber auch die zehntausenden aufrechten Antifaschisten und anständigen Österreicher dagegen protestieren, daß noch einmal diesem Progromregisseur die Möglichkeit geboten wird, einen seiner Filme aufzuführen.

An dieser von unserem Verband eingeleiteten Protestaktion gegen die Aufführung der „Unsterblichen Geliebten“ des Herrn Veit Harlan haben sich viele und namhafte östereichische Organisationen beteiligt. Vor allem waren es die Israelitische Kultusgemeinde, die Sozialistische Jugend, die Gewerkschaftsjugend, der Bund werktätiger Juden, die jüdische Hochschülerschaft, der Bund der sozialistischen Freiheitskämpfer, die ÖVP-Kameradschaft und viele andere Organisationen, die gemeinsam mit uns alle Protestschritte, wie Resolutionen, Vorsprachen bei den Behörden, Telegramme an maßgebende Personen, Interventionen bei den Kinobesitzern, die den Film zur Aufführung bringen wollten, durchführten.
Dieser gemeinsame Protest hat in Wien und einigen anderen Städten Österreichs genügt, um die beabsichtigte Aufführung des Films zu verhindern.

Mit dem Knüppel gegen Demonstranten

Nur die Stadt Salzburg, die Festspielstadt, darf für sich den traurigen Ruhm in Anspruch nehmen, daß dort ein Kinobesitzer den Film trotz vorheriger Warnung aufführte. Gegen diese offensichtliche Provokation empörte sich das antifaschistische Salzburg. Die Frage, ob die „Unsterbliche Geliebte“ des Herrn Veit Harlan noch weiter in Salzburg gespielt werden kann oder nicht, wurde zu einer Kraftprobe zwischen den Antifaschisten und ihren Gegnern in Salzburg. Durch machtvolle Kundgebungen und Demonstrationen erzwangen die Salzburger Antifaschisten die Absetzung des Films vom Spielplan des Elmo-Kinos.

Salzburg darf aber auch für sich den Ruhm in Anspruch nehmen, die erste Stadt in Österreich zu sein, in der gegen antifaschistische Demonstrationen Polizei eingesetzt wurde, die unter der Führung reaktionärer Polizeioffiziere mit brutaler Gewalt gegen die Demonstranten vorging. Auf seiten der antifaschistischen Demonstranten gab es eine Reihe Verletzter. Unter ihnen der Vizepräsident der Salzburger Arbeiterkammer Kamerad Putz und unser Buchenwälder Kamerad Spiegel.

Unser Verband sowie der sozialistische Freiheitskämpferbund und die Israelitische Kultusgemeinde haben gegen die Ausschreitungen der Polizei beim Innenministerium protestiert.

In einem Telegramm hat sich unser Bundesverband an den Salzburger Landeshauptmann Dr. Josef Klaus gewendet und von ihm die sofortige Absetzung des Films verlangt, da seine weitere Aufführung geeignet erscheint, das Ansehen Salzburgs und Österreichs als Kulturland herabzusetzen.

Eine gemeinsame Delegation der Wiener und Salzburger Israelitischen Kultusgemeinde protestierte beim Innenministerium gegen die weitere Aufführung des Films. Gemeinsame Delegationen aus Vertretern unseres Salzburger Landesverbandes, der Israelitischen Kultusgemeinde, des Verbandes der rassisch Verfolgten, des Bundes der sozialistischen Freiheitskämpfer, der ÖVP-Kameradschaft sowie des jüdischen Zentralkomitees für die amerikanische Zone Österreichs protestierten nach vorhergehenden Interventionen beim Bürgermeister der Stadt Salzburg beim Sicherheitsdirektor und beim Polizeidirektor.

Besondere Empörung löste es in den Salzburger antifaschistischen Kreisen aus, daß sich an den Attacken gegen die antifaschistischen Demonstranten nicht nur die Polizei, mit Holzknüppeln ausgerüstet, unter dem Kommando des berüchtigten Oberkommissärs Dr. Bachner beteiligte, sondern daß auch eine willfährige Bande von Faschisten aus dem Kreis der Salzburger VdUler der Polizei dabei aktive Schützenhilfe leistete.

Auch in Leoben wurde versucht, im Zentral-Lichtspiel-Kino die „Unsterbliche Geliebte“ aufzuführen, doch gelang es auch hier dem dortigen Bezirksverband, die Absetzung des Films zu erzwingen.

Wir werden solche Provokationen niemals dulden

Der Kampf gegen die Aufführung des Veit-Harlan-Films „Die unsterbliche ­Geliebte“ hat gezeigt, daß die antifaschistischen Kräfte in Österreich stark genug sind, faschistische Provokationen selbst dann zurückzuschlagen, wenn sie auch irgendwelche Unterstützung genießen. Dieser Erfolg ist aber nur dem gemeinsamen Vorgehen aller Antifaschisten zu verdanken. Dadurch, daß die Mitglieder und Funktionäre der verschiedensten Organisationen einheitlich und geschlossen gegen diese faschistische Provokation aufgetreten sind, wurde es möglich, den Erfolg zu erzielen. Diese Einheit und Geschlossenheit im Kampf gegen die Aufführung des Veit-Harlan-Films sollte aber für alle Antifaschisten Österreichs eine Mahnung dafür sein, auch bei allen anderen gleichen und ähnlichen Anlässen faschistischer Provokationen und Vorstößen mit gleicher Entschlossenheit und Entschiedenheit aufzutreten und die faschistischen Angriffe zu zerschlagen.

Nur in gemeinsamem Kampf werden die Antifaschisten Österreichs alle neofaschistischen Organisationen besiegen und alle faschistischen Provokationen verhindern. Das soll die besondere Lehre aus dem gemeinsamen Kampf gegen die Aufführung des Veit-Harlan-Films sein.

Was alles möglich ist!

Unser Bezirksverband Steyr (Oberösterreich) berichtet uns, daß die Absicht bestand, in dem der SP gehörenden „Volks-Kino“ in Steyr den Film des Herrn Harlan, „Die unsterbliche Geliebte“, aufzuführen.

Gegen diese Absicht hat unser Bezirksverband sofort energisch Stellung genommen.

Der für das Kino verantwortliche Vizebürgermeister Koller erklärte jedoch, daß dieser Film unter jeder Bedingung gespielt wird. Die sozialistischen Freiheitskämpfer und die ÖVP-Kameradschaft schlossen sich, unserem Protest an.

Als Samstag, den 7. April, der Präsidentschaftskandidat Bürgermeister Körner nach, Steyr kam, wurde er von unseren Steyrer Kameraden telegraphisch davon informiert daß im „Volks-Kino“ „Die unsterbliche Geliebte“ des Herrn Harlan aufgeführt werden soll.

Bei einer neuerlichen Vorsprache wurde dem Protest unseres Verbandes stattgegeben. Es war den Veranstaltern bekanntgeworden daß alle Gegner des Faschismus in Steyr die Aufführung des Films verhindern werden.

Bravo, Steyrer Kameraden! Das ist ein Erfolg der Einheit aller Antifaschisten!

NM-1951 / Nr 5 / Jg4 / S5

 

Generalversammlung in Salzburg

Sonntag, den 3. Dezember, fand im „Sternbräu“ in Salzburg die Generalversammlung der Landesgruppe unseres Verbandes statt. Als Vertreter des Bundespräsidiums haben daran die Kameraden Dr. Steiner und Otto Horn teilgenommen. Schon am Tag vorher konnten die beiden Wiener Kameraden in einem kleinen Kreis der Landesleitung unseres Verbandes alle wichtigen organisatorischen und sonstigen, die Interessen unserer Mitglieder berührenden Fragen vorbesprechen.

Die Versammlung selbst war überaus gut besucht und nahm einen sehr guten Verlauf. Es zeigte sich, daß die Mitglieder des Verbandes, aus allen Parteirichtungen und Weltanschauungen zusammengesetzt, in ihren Forderungen und Zielen einheitlich und geschlossen auftreten und gewillt sind, über den Kreis der Mitglieder hinaus auch die Zusammenarbeit mit allen anderen noch nicht unserem Verband angehörenden KZlern, Häftlingen und politisch Verfolgten zu suchen. Zu dieser Zusammenarbeit sind, wie aus den Berichten hervorging, bereits gute und verheißungsvolle Ansätze vorhanden. Sie auf dem Boden der gemeinsamen Forderung nach Haftentschädigung, des gemeinsamen                                                       NM-1951 / Nr 1 / Jg4 / S14

Bekenntnisses zum Kampf gegen jeden Faschismus und des gemeinsamen Willens zur Pflege einer wirklichen Kameradschaft zu vertiefen, wird die Aufgabe der neuen Salzburger Landesleitung sein.

Über die Tätigkeit des Verbandes in der abgelaufenen Funktionsperiode berichteten die Kameraden Musil (Allgemeiner Bericht), Embacher (Sekretariatsbericht und Bericht der Rentenkommission), Schubert (Organisationsbericht), Bischofer (Kassagebarung), Professor Weißmayer (Kontrollbericht).

In den Berichten konnte festgestellt werden, daß sich der Verband durch seine Tätigkeit im Lande Salzburg auch bei jenen Stellen durchgesetzt hat, die vielfach glaubten, ihn nicht beachten zu müssen. Auch mußten unsere Gegner, die oft wider besseres Wissen in der Öffentlichkeit behaupteten, daß unser Verband eine ausschließlich kommunistische Organisation sei, diese Meinung , deshalb ändern, weil die praktische Tätigkeit der Landesleitung und des Sekretariats zeigte, wie der Verband bereit ist, jedem KZler, Häftling oder politisch Verfolgten zu seinem Recht zu verhelfen, ohne nach seiner Weltanschauung oder Parteizugehörigkeit zu fragen.

An der Diskussion über die Berichte beteligten sich die Kameraden Mühllechner, Hofweirer, Falterbauer, Fagarer (Hallein) und andere. Es wurden eine Menge wertvoller Anregungen für die kommende Arbeit gegeben.

Kamerad Dr. Steiner sprach im Namen des Bundespräsidiums und führte unter anderem aus: „Wir haben mit außerordentlich großen Schwierigkeiten und harten Gegnern zu kämpfen, Wir haben die Tage der Befreiung nicht genügend genützt. Wir müssen daher nachholen, was wir damals versäumt haben. Wir lassen uns auch unsere ideellen Aufgaben nicht durch materielle Zuwendungen abkaufen. Wir verzichten jedoch nicht auf unsere wirtschaftlichen berechtigten Forderungen. Wir gehören alle einer großen Gemeinsamkeit an. Wir sind als Kämpfer für Österreich und als Kämpfer für den Frieden in die Konzentrationslager und Zuchthäuser gegangen. Wir waren unserer Überzeugung getreu immer Kämpfer gegen den Krieg. Wir wollen nicht, daß wahr wird, was einmal gesagt wurde: der erste Weltkrieg ist auf der Erde geführt worden, der zweite Weltkrieg in den Lüften, ein dritter Weltkrieg soll mit der Atombombe geführt werden, geschieht dies, dann würde ein vierter Weltkrieg nur mehr mit der Keule geführt werden können. Wir wissen, daß ein neuer Krieg die Vernichtung jeglicher Kultur und Zivilisation bedeutet. Wir stehen daher auch heute als aktive Kämpfer in den Reihen des Friedens.

Die Ausführungen des Kameraden Doktor Steiner sowie der nachfolgende Bericht des Kameraden Horn über die weiteren Aufgaben des Verbandes und insbesondere über den Kampf für unsere wirtschaftlichen Forderungen würden von der Versammlung mit großem Interesse und mit Zustimmung aufgenommen. Die Versammlung faßte unter anderem ­auch den Beschluß, die neue Landesleitung zu beauftragen, sich an den Arbeiten des Salzburger Friedensrates aktiv zu beteiligen.

Die Versammlung wählte dann die Landesleitung an deren Spitze wieder als gleichberechtigte Obmänner die Kameraden Flöckner, Haslinger und Musil stehen.

Der Verlauf der Versammlung zeigte, daß unter den Salzburger KZlern, Häftlingen und politisch Verfolgten der gleiche Geist des Kampfes und der Kameradschaft vorhanden ist, der in jenen Zeiten vorhanden war, als sie das gemeinsame Schicksal der Haft in den Konzentrationslagern und Zuchthäusern teilten.

NM-1951 / Nr 1 / Jg4 / S15

 
 

Die Forderungen unserer Eisenbahner

Am 2. September 1950 tagte in Salzburg der Bundeskongreß der Fachgruppe der politisch verfolgten Eisenbahner Österreichs.
Es wurden fünf Punkte als Mindestforderungen für die Naziopfer einstimmig angenommen und die zuständigen Stellen, Zentralleitung der Gewerkschaft der Eisenbahner, die Generaldirektion der Österreichischen Bundesbahnen, der Zentralausschuß und alle drei politischen Parteien mit je einer Abschrift davon in Kenntnis gesetzt. Es ist notwendig, sich mit diesen fünf Punkten eingehend zu befassen, um auch andere Fachgruppen im öffentlichen Dienst mit den Forderungen der Eisenbahner vertraut zu machen.

   I. Den Hinterbliebenen nach KZlern, politischen Häftlingen und politisch Verfolgten ist in allen Fällen eine Pension in solcher Höhe anzuweisen, als ob der verstorbene KZler usw. das seiner Gehaltsgruppe entsprechende Endgehalt erreicht hätte. Die Bruttopension muß jedoch ohne Kinderzulagen mindestens 630 S monatlich betragen. 

Dazu ist zu ergänzen, daß 80 Prozent aller von den Nazi gemordeten Eisenbahner im Lohnverhältnis waren und nach der Befreiung im Jahre 1945 bei der Wiedergutmachung in jener Gehaltsgruppe angestellt oder übergeleitet wurden, in der sie vor Ihrer Verhaftung oder Verfolgung beschäftigt waren. Da aber diese Bediensteten zum größten Teil erst nach 1938 zur damaligen Deutschen Reichsbahn kamen, konnten sie sehr wenig Dienstjahre aufweisen. Es wurden ihnen daher zehn Dienstjahre zu ihrer aktiven Dienstzeit hinzugezählt, und nach dieser Dienstzeitberechnung ihre Übernahme in das Beamtenverhältnis der OeBB verfügt Die Pensionsbeiträge für die Hinterbliebenen wurden ebenfalls auf Grund dieser Dienstzeitberechnung erstellt. Wir erachten diese Wiedergutmachung der Verwaltung als unzureichend und fordern daher für die Hinterbliebenen eine Pension in der Höhe des Endgehaltes, das im begünstigten Dienst nach 30 Jahren und im nicht begünstigten Dienst nach 35 Jahren erreicht wird. Die Bruttopension muß jedoch die Höhe von mindestens 630 S monatlich, ohne Kinderbeihilfe, erreichen.

   II. KZler, politische Häftlinge und politisch Verfolgte sind dienst- und besoldungsrechtlich so zu behandeln, als ob der Dienstposten, auf dem sie eingebracht sind, um eine Gruppe höher bewertet wäre, als es tatsächlich der Fall ist! Das heißt, diese Bedienstetengruppe Ist um eine Gehaltsgruppe höher zu reihen und zu besolden, als der Wertung ihres Dienstpostens entspricht.

Dies erstreckt sich auf jene politisch verfolgten Eisenbahner, die nach dem Jahre 1945 in der gleichen Gehaltsgruppe angestellt oder übergeleitet wurden, die sie zur Zeit ihrer Verhaftung oder Verfolgung innehatten. War ein Bediensteter zur Zeit der Verhaftung oder Verfolgung zum Beispiel Stellwerkswärter I und wurde er als solcher nach Rückkehr in der heutigen BO im Stand der OeBB als Stellwerkswärter I in der Gehaltsgruppe III a übergeleitet oder angestellt, so ist er nach der Gehaltsgruppe IV a zu entlohnen.
   III. KZlern, politischen Häftlingen und politisch Verfolgten ist auch in jenen Fällen, in denen die Inhaftierung beziehungsweise Verfolgung vor dem Bahneintritt liegt, die in der Zeit von 1933 bis 1945 durchgemachte Haftzeit auf die anrechenbare Dienstzeit bei der Eisenbahn doppelt anzurechnen.

Ist ein KZler oder politisch Verfolgter nach dem Jahre 1945 in den Dienst der OeBB getreten und er war in der Zeit von 1933 bis 1945 in Haft oder im KZ, ist ihm die Haftzeit, beziehungsweise KZ-Zeit auf jeden Fall besoldungs- und pensionsrechtlich im doppelten Ausmaß anzurechnen.
   IV. KZlern, politischen Häftlingen und politisch Verfolgten ist für jeden angefangenen Monat ihrer Haftzeit eine Haftentschädigung von 650 S zu gewähren. Bis zur gesetzlichen Regelung dieser Angelegenheit ist dieser Personengruppe auf die erwartende Haftentschädigung ein Vorschuß von monatlich 250 S zu gewähren.

Wir stützen unsere Forderungen auf die Tatsache, daß an wiedereingestellte, entregistrierte Nazi Gehaltsnachzahlungen von 14.000 S, ja sogar von 17.000 S geleistet wurden.

   V. Wird ein Planposten, auf dem ein KZler, politischer Häftling oder politisch Verfolgter eingebracht ist, aufgelassen, dann ist diesen Personen bevorzugt ein gleichwertiger Dienstposten zur Verfügung zu stellen. Eine Versetzung dieser Personen auf einen niedrigeren Dienstposten der gleichen oder in eine niedrigere Gehaltsgruppe darf nur mit ihrer schriftlichen Zustimmung vorgenommen werden.

Wird ein Planposten auf Grund von Änderungen im Stellenplan, auf den ein KZler oder politisch Verfolgter eingewiesen wurde, aufgelassen, so ist jenem Bediensteten ein gleichwertiger Dienstposten der gleichen Gehaltsgruppe zur Verfügung zu stellen. Einer Überstellung auf einen niedrigeren Dienstposten derselben Gehaltsgruppe oder einer Überstellung auf eine niedrigere Gehaltsgruppe können wir nur dann zustimmen, wenn der Bedienstete auf Grund eines chefärztlichen Gutachtens wegen körperlicher oder geistiger Untauglichkeit, wegen minderwertiger Dienstleistung oder strafweise dienstesbestimmt wird.

Ergänzend stellen wir noch fest, daß in jedem Monat zirka 15 entregistrierte Nazi wiedereingestellt werden, obwohl das Finanzministerium und das Verkehrsministerium auf eine Senkung des Personalstandes drängen.

Fachgruppe der politisch verfolgten Eisenbahn.

NM-1950 / Nr 12 / Jg3 / S9

Fachgruppe der politisch verfolgten Eisenbahner

Die Bundesleitung gibt bekannt, daß am 2. und 3. September 1950 in Salzburg der II. Bundeskongreß der geschädigten Eisenbahner stattfindet.

Beginn der Tagung:  9 Uhr

Ort: Lehenerhof, Ignatz-Harrer- Straße 46

 

Landes-Grenztreffen

Der Landesverband Salzburg und der Bundesverband veranstalten gemeinsam mit der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes in Deutschland (VVN), Landesverband Bayern.

Sonntag, den 3. September 1950

vormittags, in Bayrisch-Gmain

bei Reichenhall ein

Landes-Grenztreffen
mit feierlicher Übergabe von Urnen

mit den sterblichen

Überresten ermordeter

Kameraden

Kameraden und Kameradinnen!
Freunde des Friedens! Jugend! Nehmt alle an dieser Kundgebung teil! Die Bezirksverbände melden unverzüglich die Anzahl der Teilnehmer dem Landesverband Salzburg, Salzburg, Hauptpostamt I, Postschließfach Nr. 159.
Landesverband Salzburg - Bundesverband

NM-1950 / Nr 8 / Jg3 / S14

 

Gegen den neofaschistischen Terror!

Antifaschistisches Komitee der Kapruner Arbeiterschaft

Die gesamte antifaschistische Arbeiterschaft von Kaprun stellt sich einhellig gegen den VdU zur Abwehr. Dort, wo erst vor wenigen Tagen die Neofaschisten anläßlich der Betriebsratswahlen den offenen Terror proklamierten, haben alle Antifaschisten einhellig ein überparteiliches antifaschistisches Komitee geschaffen und sich mit einem Aufruf an die arbeitende Bevölkerung Österreichs gewendet, in dem es heißt:

Werktätige Österreichs !
Die antinazistischen Arbeiter des Tauernkraftwerkes Kaprun richten an Euch den Aufruf, dem Wiederaufblühen des Faschismus in unserer Heimat mit allen Mitteln entgegenzutreten.
Wir Kapruner haben uns zu diesem Kampf vereint — Sozialisten, Kommunisten und Parteilose haben gemeinsam den Kampf gegen die nazifaschistischen Menschenfeinde und ihre Tarnkappe — den VdU — bereits aufgenommen. Wir sind der Überzeugung, daß dieser Schritt in allen Betrieben und Werken notwendig ist, und fordern deshalb aller klassenbewußten Arbeiter auf, sich zu­sammenzuschließen und solidarisch mit uns den Kampf aufzunehmen.


Das antifaschistische Komitee der

Sozialisten, Kommunisten und Parteilosen

von Kaprun.

Die KZler und Naziopfer begrüßen diese Aktion zur Schaffung von überparteilichen antifaschistischen Kampfkomitees gegen die neonazistische Reaktion, und hoffen, daß auch in anderen Betrieben sich solche Aktionskomitees bilden werden.
Der Bundesverband österreichischer KZler hat dem Kapruner antifaschistischen Komitee eine Solidaritätsbotschaft gesandt, in der diesen: die Unterstützung der österreichischen Naziopfer zugesichert wurde.

NM-1949 / Nr 10 / Jg2 / S2

 

Landesverband Salzburg

Im Mai fanden in der Stadt Salzburg zwei sehr gut besuchte Mitgliederversammlungen statt. Auch in Bad Gastein fand eine Mitgliederversammlung statt, bei der die Kameraden Musil, Pilshofer und Embacher referierten.

NM-1949 / Nr 6 / Jg2 / S13

 

Gründung der Bezirksgruppe Schwarzach im Pongau

Am 22. Mai fand in Schwarzach im Pongau die Gründungsversammlung der dortigen Bezirksgruppe statt, bei der die Kameraden Musil, Pilshofer und Embacher sprachen.

NM-1949 / Nr 6 / Jg2 / S13

 

Großversammlung - Landesverband Salzburg

Der Landesverband Salzburg wird voraussichtlich im März eine Großversammlung in Salzburg Stadt abhalten, bei der Präsidialmitglieder des Bundesverbandes sprechen werden. Der Landesverband entfaltet eine rege Tätigkeit in Salzburg und ist ständig im Wachsen begriffen. In Zell am See und Hallein wurden Bezirksgruppen gegründet, in Badgastein, Böckstein und Bischofshofen neue Organisationen gebildet.

NM-1949 / Nr 2 / Jg2 / S12

1949/2 - 1951/5