Bücherverbrennungsmahnmal muss „erlebbar“ bleiben.

Aktualisiert: Juli 29

KZ-Verband/VdA gegen „Abriegelung“ oder „Behübschung“. Antifa-Denkmal am Bahnhofsvorplatz gehört saniert.


Der KZ-Verband/Verband der AntifaschistInnen zeigt sich verwundert über die diesen Sommer

hochgekochte Debatte um die „Nutzung“ des Bücherverbrennungsmahnmals am Salzburger Residenzplatz: Zuerst wird das Denkmal mit Rücksicht auf die ökonomischen Interessen von Christkindlmarkt und Kirtag an den Rand des Platzes gedrängt und jetzt soll auch noch das Denkmal vor den Touristen und Einheimischen mit Blumentrögen „behübscht“ und

„abgeriegelt“ werden?



Der KZ-Verband/VdA hält unmissverständlich fest: Aus Sicht des größten Salzburger Opferschutz-verbandes ist es nicht pietätlos, auf der Umrahmung des Bücherverbrennungsmahnmales zu sitzen. Im Gegenteil: Es ist sogar erwünscht, wie auch die zwei Künstler laut Medienberichten festhalten. Das Mahnmal muss „erlebbar“ bleiben.

Der KZ-Verband/VdA unterstützt alle Bestrebungen mit deutlich sichtbaren Erklärungen auf geeigneten Tafeln, die Bedeutung des Mahnmals zu erläutern. Diese Tafeln sollten in allen Weltsprachen – und in Esperanto, das zur Zeit der Bücherverbrennung weit verbreitetet war - gehalten sein. Gerne bietet der KZ-Verband/VdA der Stadt Salzburg Hilfe und Unterstützung bei der Formulierung an; dies auch, weil die Stadt Salzburg in der Vergangenheit schon des Öfteren eine eher unglückliche Hand bei der Textierung antifaschistischer Erklärungstexten hatte.



Anlässlich der Debatte um das Bücherverbrennungsmahnmal erinnert der KZ-Verband/VdA erneut an die völlig unbefriedigende Gesamtgestaltung des Platzes rund um das zentrale Salzburger Antifa Denk- und Mahnmal am Bahnhofsvorplatz.


Einzelne Initiativen antifaschistisch gesinnter GemeinderätInnen, die eine Aufwertung des Denkmales zum „demokratischen Treffpunkt“ zum Ziel hatten, wurden vom Ressort und der Verwaltung offensichtlich „schubladisiert“ und „nicht einmal ignoriert“. Der KZ-Verband/VdA fordert die Stadt Salzburg auf, rasch und dauerhaft für eine dem Ansinnen des Denkmals würdige Gestaltung des Gesamtensembles zu sorgen. Die aktuelle Gestaltung ist dem Anliegen jedenfalls absolut unwürdig.


Dabei geht es einerseits um eine gestalterische Aufwertung (Beleuchtung, Bepflanzung, Pflege) aber auch um eine Einbeziehung des Denkmals und seines Inhaltes in die angekündigte „kulturelle Aufwertung “ des gesamten Bahnhofsvorplatzes. Zu beiden Themen hat sich der KZ-Verband/VdA wiederholt bereit erklärt, mit eigener Expertise mitzuarbeiten.

Eine Antwort der Stadt blieb über Jahre hinweg aus.