Elser – Er hätte die Welt verändert

Aktualisiert: Juli 29

Die Bombe, die am Abend des 8. November 1939 im Münchner Bürgerbräukeller explodierte, sollte Adolf Hitler töten und mit ihm die gesamte Führungsriege der Nazis.






PARK-KINO

3. November 2019

11 Uhr


Salzburger Straße 2

D-83435 Bad Reichenhall











In dem packenden Spielfilm „Elser – Er hätte die Welt verändert” erzählt Regisseur Oliver Hirschbiegel von Mördern, Mitläufern und einem gescheiterten Widerstandskämpfer.

Der glücklose Held verfügt über Weitblick und Mut, der anderen Deutschen völlig fehlt. Auf Befehl des Führers wird er am 9. April 1945 im KZ Dachau durch einen Genickschuss hingerichtet- 20 Tage vor der Befreiung des Lagers durch die US Armee.


Der parteilose Pazifist, er hätte eigentlich genau wie Stauffenberg und die Geschwister Scholl eine Kultfigur im Nachkriegsdeutschland werden müssen. Doch genau das Gegenteil geschah. Warum? Oliver Hirschbiegel vermutet „peinliche Betroffenheit”. Elser hat keinen akademischen Background, ist nicht Mitglied einer politischen Partei, ein einfacher Handwerker. Seine Zivilcourage, sein Mut beweist, der Tyrann hätte gestürzt werden können. Elser verfolgte im Gegensatz zu den Attentätern vom 20. Juli keine eigenen Interessen. So ist er der personifizierte Vorwurf all denen gegenüber, die behaupteten, sie hätten nichts von den Gräueltaten Hitlers gewusst. Und wenn, dann hätte man sich der Übermacht beugen müssen. Es ist mehr als „peinliche Betroffenheit”, es ist eine Frage des Gewissens, der Mitschuld. Jeder Einzelne kann aufstehen, nein sagen. Es ist eine Frage des Mutes. Wer ihn nicht hat, sollte zumindest ehrlich sein. Stattdessen wurden Georg Elser und seine Familie verunglimpft, diffamiert, verleumdet. Schon kurz nach der Tat vermuteten manche einen fingierten Anschlag, um die Popularität Hitlers zu steigern. Die Tatsache, dass es nie zu einem Prozess kam, verstärkte die Gerüchte. Die Verschwörungstheorien hielten sich auch noch nach dem Kriege. Der evangelische Theologe Martin Niemöller, führender Vertreter der bekennenden Kirche, war selbst ihm KZ gewesen. Er behauptete, Elser sei SS-Unterscharführer und hätte das Attentat vorgetäuscht. Unvorstellbar, wie schmerzhaft solche Anschuldigungen für die Familie des Betroffenen waren. Haftentschädigung gab es für Elsers Schwester, Marie Hirth, nie. 1958 entdeckte der Historiker und Politologe Lothar Gruchmann das Vernehmungsprotokoll des Widerstandskämpfers, 1970 wurde es erstmals veröffentlicht und 2009, um weitere Dokumente ergänzt.

Programm Park Kino: Elser - Er hätte die Welt verändert


Routenplaner: PARK-KINO - Bad Reichenhall


Filmkritik: www.kultur-port.de

Weitere Infos zu Georg Elser - www.kz-verband-salzburg.at

Bei der Veranstaltung liegt auch das folgende Buch auf:





Sprengstoffanschlag im Bürgerbräukeller in München am 8.11.1939.

Die Verhörprotokolle










ISBN 9783934785441

Liliom Verlag - Waging am See



Das 1964 in den Akten des ehemaligen Reichsjustizministeriums entdeckte Vernehmungsprotokoll ist das wichtigste Dokument zu Georg Elser. Der bereits mehrmals veröffentlichte Lesetext ist jetzt erstmals im Original als Faksimile für jedermann zugänglich.


Zum Gestapo-Verhörprotokoll Georg Elser: Adolf Hitlers Aufstieg und Machtübernahme wurde von Industrie, Beamtenschaft, Justiz, Militär und Kirche unterstützt. Das einfache Volk unterstützte ihn prozentual deutlich weniger als die akademisch Gebildeten. Von der Arbeiterschaft bekam Hitler prozentual die geringste Unterstützung. Zu ihr gehörte Georg Elser, dessen Klugheit, Weitsicht, Mut und Beharrlichkeit überaus beeindruckend sind. Nachdem Hitler durch Intrigen und Klüngeleien in Hinterzimmern im Januar 1933 an die Macht gekommen war, wollte er sich - nach Reichstagsbrand, Versammlungs- und Publikationsverbot für die Kommunistische Partei und durch die Reichstagsbrandverordnung (Aufhebung der Grundrechte, SA-Leute durften jederzeit jeden verhaften) - seine Macht durch eine Wahl legitimieren lassen. Die NSDAP bekam bei der Wahl im März 1933 44 Prozent und nicht, wie Adolf Hitler dachte, die absolute Mehrheit. Nur diejenigen wollen Krieg, die davon profitieren. Von einem Land, wo die Bürger selbst entscheiden können, wie in der Schweiz, geht nie ein Krieg aus. Einfache Menschen wollen keinen Krieg. Georg Elser, ein Mann aus dem Volk, wollte verhindern, dass Hitler einen Krieg beginnt. Die Protokolle sind das wichtigste historische Dokument über seine Tat. Die Faksimile-Ausgabe ist nicht nur deshalb etwas Besonderes, weil man ein echtes Zeitdokument der Gestapo-Arbeit in Händen hält, sondern auch, weil es erstmals vollständig wiedergegeben ist, weil hier erstmals auch das achtseitige Sachverzeichnis und achtseitige Namensverzeichnis abgedruckt sind.