Kundgebung / Manifestacija - Bleiburg/Pliberk 11.Mai 2019

Am Samstag/Sobota, 11. Mai 2019 findet um 10:00 Uhr in Bleiburg/Pliberk am Hauptplatz/Glavni trg eine Kundgebung statt.

Ähnlich wie der Akademikerball im freiheitlich-

rechts extremen und burschenschaftlichen Milieu bietet die Gedenkveranstaltung am Loibacher Feld/Libuško polje die Bühne der Selbstdarstellung und der Erfüllung national-istischer Rituale. Wie im Fall des rechtsextremen Balls oder auch des nicht allzuweit entfernt stattfindenden Ulrichsbergtreffens liegt auf der Hand, dass eine Vernetzung im Zeitraum rund um das Treffen stattfindet.



Kundgebung / Manifestacija

Samstag/Sobota ,

11. Mai 2019

10:00 Uhr

Bleiburg/Pliberk

Hauptplatz/Glavni trg





Sechs Wochen vor dem Ustaša-Treffen in Loibacher Feld/Libuško Polje stellt sich der Veranstalter auf den Standpunkt, dass die Feier im „gleichen Format“ bleibt. Es ist zu befürchten, dass die zuständigen Behörden das auch durchgehen lassen werden.


Seit Jahren zieht das geschichtsrevisionistische "Gedenken" in Bleiburg/Pliberk tausende Teilnehmer_ _innen auf das Loibacher Feld/ Libuško polje bei Bleiburg/Pliberk. Organisiert vom "Bleiburger Ehrenzug" und aktuell unter der Schirmherrschaft des kroatischen Parlaments versammeln sich dort Reaktionäre aller Couleur: Faschist_innen, (Neo-)Nazis, Konservative, eine sich nicht distanzierende Kirche, kroatische Politiker_innen, etc.

Im Gegensatz zu den letzten Jahren hat die katholische Kirche in Kärnten/Koroška ihre Unterstützung für das Treffen heuer verweigert. Nun ist es offen, in welcher Form das Treffen dieses Jahr stattfinden soll.


Am 8.3.2019 hat der Diözesanadministrator der Katholischen Kirche in Kärnten Kundgebung Pliberk LEPAK, Engelbert Guggenberger, mit einer Presseaussendung für einige Überraschung gesorgt: Dem diesjährigen Antrag der Kroatischen Bischofskonferenz bei Bleiburg/Pliberk eine katholische Feier abzuhalten wird heuer nicht zugestimmt. Als Begründung wird angegeben, dass sich die katholische Kirche Kärnten/Koroška nicht länger politisch und für eine einseitige Interpretation historischer Ereignisse instrumentalisieren lassen möchte.


Die Ustascha und Salzburg

Die kroatisch-katholische Gemeinde in Salzburg Pfarrgemeinde "Aloisius Stepinac"

Folklore, Gottesdienste, Ustaša & Thompson

Weitere Informationen unter: www.no-ustasa.at


Sachverhaltsdarstellung an die Bezirkshauptmannschaft Völkermarkt/Velikovec, DÖW - zum Download

Der NDH-Staat, das Ustaša-Regime und der Mythos von Bleiburg/Pliberk


Im April 1941 wurde das Königreich Jugoslawien von Nazi-Deutschland sowie vom faschistischen Italien überfallen und unter den Achsenmächten aufgeteilt. Dabei entstand der, unter der Herrschaft des Ustaša-Regimes, dessen Führer (kroatisch Poglavnik) Ante Pavelić war, stehende NDH-Staat als Vasallenstaat der Achsenmächte.

Unterstützt durch kroatisch-katholische Würdenträger führte dieser einen planmäßigen Völkermord an Serb_innen, Juden und Jüdinnen sowie Roma durch. Unter den Opfern waren auch zahlreiche kroatische und bosnisch-muslimische Antifaschist_innen.

Die Ustašen betrieben dafür auch ein eigenes KZ in Jasenovac (mit etlichen Nebenlagern), in dem zehntausende Menschen ermordet wurden. Der Lagerkommandant dieses KZ´s war Dinko Šakić. In den Nachkriegswirren brachten sich Šakić, Pavelić und viele andere hohe Ustaša-Offiziere mit Hilfe des Klerus in Sicherheit und entzogen sich so der Strafverfolgung.

Ante Pavelić verstarb 1959 in Madrid, Dinko Šakić wurde 1998 aufgrund des internationalen Drucks auf Kroatien von Argentinien nach Zagreb ausgeliefert und wegen seiner Kriegsverbrechen zu 20 Jahren Haft verurteilt, er verstarb 2008 im Gefängnis.

Viele der Ustaša-Veteranen, die im Ausland untertauchen konnten, haben das Gedenktreffen am Loibacher Feld bei Bleiburg finanziell unterstützt und sind auch immer wieder dazu angereist. Dabei wird der Mythos einer „Bleiburger Tragödie“ und eines „Massakers von Bleiburg“ hergestellt, die jedoch nie stattgefunden haben.

Anfang Mai 1945, als die Niederlage kurz bevorstand, befahl Ante Pavelić sowohl den Ustaša-Einheiten, als auch der regulären kroatischen Armee (den Domobrani) die Flucht in Richtung West-Alliierte. Einerseits um der Gefangennahme durch die jugoslawische Volksbefreiungsarmee und der, wegen der begangenen unvorstellbaren Kriegsverbrechen zu erwartenden Reaktionen zu entgehen, andererseits mit der Hoffnung sich der britischen Armee in Kärnten anzuschließen und gemeinsam mit dieser gegen die jugoslawischen Streitkräfte zu kämpfen.

Nach schweren Kämpfen am 14. und 15. Mai mit der jugoslawischen Volksbefreiungsarmee (den letzten des 2. WK auf europäischen Boden) gelang es einigen kroatischen Verbänden, die Grenze zu überschreiten und das Loibacher Feld südöstlich von Bleiburg/Pliberk zu erreichen, wo sie von den britischen und den jugoslawischen Streitkräften, die zeitgleich am 8. Mai Kärnten befreit hatten, festgesetzt wurden. Die kroatischen Truppen mussten in der Folge bedingungslos kapitulieren und ihre Waffen abgeben.

Gemäß den Vereinbarungen der Alliierten wurden die gefangenen Kroaten als „Yugoslav Nationals“ den jugoslawischen Militärbehörden übergeben. Dabei muss ganz klar und deutlich hervorgehoben werden, dass es auf österreichischem Boden weder Massaker an Kroaten gegeben hat, noch zu Erschießungen durch Briten oder Jugoslawen bzw. Partisanen gekommen ist. Es gab aber etliche Suizide unter denen, die die Ausweglosigkeit ihrer Situation erkannten hatten und so ihrem Schicksal entgehen wollten, wie auch tödliche Abrechnungen innerhalb der Ustašen.

Das Schicksal vieler Gefangenen nach der Übergabe und Rückstellung auf jugoslawisches Staatsgebiet war allerdings ein grausames. Zwar wurden Minderjährige und Zivilist_innen entlassen und nachhause geschickt, aber diese Aufteilungen waren nicht immer präzise. Viele der Gefangenen kamen ums Leben und wurden von Militärgerichten zum Tode oder Zwangsarbeit verurteilt. Daraus wird die Legende vom "Kreuzweg der Kroaten" gesponnen, die sowohl von den Verbrechen der Ustaša ablenkt als auch davon, dass Kroaten und Kroatinnen genauso wie andere jugoslawische AntifaschistInnen im Kampf gegen die Nazis und ihre Kollaborateure gekämpft und als Alliierte ihr Leben für die Befreiung Europas gegeben haben.

Weitere Informationen unter: www.no-ustasa.at


Sachverhaltsdarstellung an die Bezirkshauptmannschaft Völkermarkt/Velikovec, DÖW - zum Download