Marko Feingold: Ehre, wem Ehre gebührt

KZ-Verband/VdA, Bund Sozialdemokratischer FreiheitskämpferInnen & Personenkomitee Stolpersteine unterstützen Forderung nach Marko-Feingold-Straße


Der KZ-Verband/Verband der AntifaschistInnen, die sozialdemokratischen FreiheitskämpferInnen sowie das Personenkomitee Stolpersteine unterstützen ausdrücklich das von der Witwe Marko Feingolds und Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde, Hanna Feingold, formulierte Anliegen, eine Straße in Salzburg nach Marko Feingold zu benennen.



Jenen Mann, der vier Konzentrationslager überlebte, sich unermüdlich für Versöhnung einsetzte und Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde Salzburg war mit einer Straßenbenennung zu ehren wird bereits von mehreren Gemeinderatsfraktionen unterstützt.


Die zur Diskussion gestellte Umbenennung der Stelzhammerstraße in Marko-Feingold-Straße ist nicht nur durch die unmittelbare Nachbarschaft der Straße zur Synagoge naheliegend; die Umbenennung ist auch ein mutiges Zeichen gegen den allerorts aufkeimenden Antisemitismus. Im Gegensatz zum Judenhasser Franz Stelzhamer war Marko Feingold ein Brückenbauer, der Andersgläubigen immer friedvoll begegnete, obwohl er selbst Opfer des Antisemitismus wurde.


In einer Stadt, in der 75 Jahre nach der Befreiung von der NS-Diktatur immer noch zahlreiche Straßen und Plätze nach prominenten NSDAP-Parteigängern benannt sind, sollte eine Straßenbenennung nach einem prominenten Opfer und Überlebenden des nationalsozialistischen Terrors und nach einem der Organisatoren der jüdischen Fluchthilfe »Bricha« eigentlich Konsens sein.


Wir warnen zudem eindringlich davor, das Thema auf die lange Bank zu schieben. Die Stadt Salzburg hat sich mehrfach äußerst zögerlich ihrer NS-Vergangenheit gestellt – erinnert sei an die beschönigende und sinnentstellende Verkürzung des Zitates von Theodor Herzl auf der Gedenktafel oder an die sehr späte Würdigung des Schriftstellers Stefan Zweig durch eine Platzbenennung, deren Zusatztafel zudem korrigiert werden musste. Die Verhinderung einer weiteren internationalen Blamage könnte mit der Straßenbenennung einfach vermieden werden.

PRESSEAUSSENDUNG - Dachverband Salzburger Kulturstätten