¡No pasarán! 125.Geburtstag von "La Pasionaria"

Die wohl bekannteste Persönlichkeit des spanischen Bürgerkriegs ist Dolores Ibárruri Gomez.

Sie wurde vor 125 Jahren, am 9. Dezember 1895 im Baskenland geboren.


Schon als junge Frau trat sie der spanischen sozialistischen Arbeiterpartei (PSOE) bei, 1921 der kommunistischen Partei (PCE) bei. Dolores Ibárruri war eine begnadete Rednerin und Redakteurin der Parteizeitung „Mundo Obrero", wo sie das Pseudonym „La Pasionaria" benutzte.

Trotz politischer Verfolgung wurde sie 1933 als Abgeordnete der KP Asturiens ins spanische Parlament, die „Cortes Generales" gewählt. 1934 nahm sie als Vorsitzende der Frauenkommission der PCE am Weltfrauenkongress in Paris teil.


Ihre große Popularität verdankt Dolores Ibárruri ihrer Rolle im Kampf für die Verteidigung der spanischen Republik gegen Franco.

Sie hielt flammende Reden im Radio und besuchte die Truppen an der Front, um deren Moral zu stärken.


Im Herbst 1936 mobilisierte sie alle republikanischen Kräfte zur Verteidigung der spanischen Hauptstadt.


Ihre Parole „¡No pasarán!" wurde zum Schlachtruf der Verteidiger der Republik und der Internationalen Brigaden. Unvergessen ist auch ihre Rede an die Internationalen Brigaden, als diese im September 1938 Spanien verlassen mussten.


Dolores Ibárruri musste wenig später selber ins Exil in die Sowjetunion gehen, wo sie als Generalsekretärin der PCE, später als ihre Vorsitzende arbeitete.

Erst nach Francos Tod kehrte sie 1977, mit über 80 Jahren, nach Spanien zurück. Sie wurde erneut Abgeordneten ins Parlament. Sie starb Ende 1989 im Alter von 93 Jahren. Bis heute genießt sie in Spanien hohes Ansehen, nicht nur unter den Anhängern der Kommunisten.


Anlässlich des diesjährigen Jubiläums bekommt ihre Losung „¡No pasarán!" eine dramatische Aktualität. Anfang Dezember wurde bekannt, dass fast 400 spanische Offiziere im Ruhestand zum Sturz der linken Koalitionsregierung aufriefen.

In mehreren Briefen an König Felipe VI. forderten sie, gegen die Regierung aktiv zu werden, die – wie die Militärs behaupten – von Freunden der baskischen Untergrundorganisation ETA sowie anderen »Independentisten« unterstützt werde und Spaniens nationale Einheit zersetze.

Unter den Unterzeichnern finden sich auch Mitglieder des spanischen Geheimdienstes CNI. Ein Ex-General schrieb in der Whats-App-Gruppe: "Bereitet euch auf den Kampf vor! Holen wir uns die Roten!!! Kopf hoch und auf zum Kampf!"

Gegner sind dabei die Wähler des sozialdemokratischen PSOE und des Linksbündnisses Unidas Podemos sowie Feministinnen, Homosexuelle und Befürworter einer baskischen und katalanischen Unabhängigkeit.


In den vergangenen Monaten war vermehrt zu beobachten, dass die Agitation der faschistischen Partei VOX in der Armee Anklang findet. Insbesondere die angebliche Bedrohung von Spaniens »nationaler Einheit« sowie die »Gefahr« durch die vermeintliche »Masseneinwanderung«, mit Hilfe derer die Regierung »Spanien vernichten« wolle. Gleichzeitig verherrlichen sie die Franco-Diktatur.


Offiziell ermittelt nun die Staatsanwaltschaft. Zum Schutz der Republik sind aber alle Antifaschisten gefordert, im Sinne des Vermächtnisses der „La Pasionaria" solchen Putschversuchen aktiv entgegenzutreten.