Salzburg droht eine internationale Blamage

Aktualisiert: Sept 15

KZ-Verband/VdA-Salzburg zur Debatte um eine Marko-Feingold-Straße.


In einer Stadt, in der 75 Jahre nach der Befreiung vom Nazi-Faschismus immer noch zahlreiche Straßen und Plätze nach prominenten NSDAP-Parteigängern und Nazi-Günstlingen benannt sind, sollte eine Straßenbenennung nach Holocaust-Überlebenden Marko Feingold, der auch einer der wichtigsten Organisatoren der jüdischen Fluchthilfe „Bricha“ nach 1945 war, eigentlich kein Streitthema sein.


Es verstehe sich wohl von selbst, dass eine derartige Straßenbenennung – mit einer echten Postadresse und nicht nur einer symbolischen Benennung - nur in engster Abstimmung mit der Israelitischen Kultusgemeinde Salzburg erfolgen kann, deren Präsident Marko Feingold über Jahrzehnte hinweg war. Alles andere wäre ein Affront gegen die Kultusgemeinde und insbesonders gegenüber der Witwe von Marko Feingold, Hanna Feingold. Die zur Diskussion gestellte Umbenennung der Stelzhamerstraße in Marko-Feingold-Straße wäre nicht nur durch die Nachbarschaft der Straße zur Synagoge naheliegend; die Umbenennung wäre auch ein mutiges Zeichen gegen den allerorts aufkeimenden Antisemitismus.


Wir warnen eindringlich davor, das Thema auf die lange Bank zu schieben und in politischen Spielchen vorsätzlich zu zerreden. Wird die Marko-Feingold-Straße verschleppt und verzögert, droht Salzburg (wie schon einst bei der Affäre rund um das sinnentstellend wiedergegebene Zitat von Theodor Herzl auf der Gedenktafel für den zionistischen Politiker) eine internationale Blamage.

Die Ursprungsintention war, die Stelzhamer Straße – ein übler Antisemit - nach Marko Feingold zu benennen:


Presseaussendung vom 08. Juli 2020:



Marko Feingold: Ehre, wem Ehre gebührt




Marko Feingold: Ehre, wem Ehre gebührt


Pressespiegel:







07.09.2020 / SN

Die Salzburger Stadtpolitik hat anders entschieden:

Makartsteg wird zum Marko-Feingold-Steg

Der Makartsteg wird künftig Marko-Feingold-Steg heißen. Das hat der Salzburger Stadtsenat Montagnachmittag gegen die Stimmen der Bürgerliste beschlossen. Marko Feingolds Witwe, Hanna Feingold, sagte, sie akzeptiere die Entscheidung

zwar, darüber freuen könne sie sich aber nicht. (14.09.2020)


Stadt Salzburg erhält einen Marko-Feingold-Steg

Die Witwe des 2019 vestorbenen KZ-Überlebenden hatte sich die Umbenennung einer Straße gewünscht. Dafür gibt es in der Stadtpolitik jedoch keine Mehrheit.

(14.09.2020)

„Bricha“ : Verein für aktive Gedenk- und Erinnerungskultur APC (Alpine Peace Crossing)



Gedenktafel - Theodor Herzl:


Im Schatten der Mozartkugel


Standard - 7. Juni 2002