Widerstand gegen die NS-Diktatur sichtbar machen


Erste QR-Code-Plakette des Projektes "Ansichtssache" am Internationalen Holocaust-Gedenktag, 27. Jänner 2019, am Bahnhof angebracht. Diese Plakette widmet sich dem Widerstand der Salzburger Eisenbahner gegen die nationalsozialistische Barbarei.


Ein wesentlicher Bestandteil von zeitgemäßer Erinnerungskultur, Denkmälern und dessen Sichtbarkeit ist auch die Bereitstellung von erklärendem Kontext und Hintergrundinformationen.


Mit dem Projekt "Ansichtssache", einem Postkartenprojekt zu NS-Diktatur und Widerstand in Salzburg, wurde vom KZ-Verband/VdA Salzburg für die Generation der Digital Natives für das Gedenkjahr 2018 hierfür bereits eine Art Ansichten-Memory geschaffen. Über jedes Smartphone werden mittels QR-Codes, quasi mit einem Klick, übersichtliche und knappe Informationen zu Orten und Denkmälern zum Thema Salzburg und Nationalsozialismus bereitgestellt.


Die QR-Codes auf den Postkarten-Ansichten der Drucksorten sollen nun auch an den Orten (Ansichten) in Salzburg selbst verfügbar werden. Dafür werden nun kleine QR-Code-Plaketten neben den Denkmälern und geschichtsträchtigen Orten angebracht, um diese selbst sichtbarer zu machen beziehungsweise um diese mit den nötigen Informationen auszustatten.


Begonnen wurde nun an einem zentralen Ort des Widerstands, dem Hauptbahnhof Salzburg. Dort im Aufgang des Lokalbahnhofs passieren täglich viele hundert Menschen eine Tafel, die an den Widerstand von 28 Salzburger Eisenbahnern erinnert, die gegen die Faschisierung Österreichs und den Nationalsozialismus gekämpft haben.


In Abstimmung mit der Immobiliengesellschaft der ÖBB, Herrn Erich Rattensberger und Rudolf Schuchter, dem Salzburger Vorsitzenden der Gewerkschaft VIDA, hat der KZ-Verband/VdA Salzburg nun, anlässlich des Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocausts, die erste QRCode-Plakette mit direktem Link auf die Informationsseite des Projekts "Ansichtssache" dort angebracht. Weitere Orte und Plaketten sollen 2019 in Salzburg folgen.


Die Informationsseite berichtet auch über die Aktivitäten der Salzburger Eisenbahner während des Februaraufstands 1934, als damalige Reaktion auf die Repression des Austrofaschismus gegen die organisierte Arbeiterbewegung. Auch dieses Jahr erinnert die Gewerkschaft VIDA zusammen mit dem Bund Sozialdemokratischer FreiheitskämpferInnen wieder am 12. Februar 2019 um 17.30 Uhr vor der Gedenktafel an den Widerstand der Eisenbahner. Fortan erzählt darüber auch die kleine Plakette neben der Tafel, für alle die, die ansonsten einmal, ab und zu oder auch täglich diesen geschichtsträchtigen Ort unwissentlich passieren.