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KZ-Verband/VdA Salzburg

Verband der AntifaschistInnen

Symbolische Umbenennung des Salzburger Karajan-Platz in Bertolt-Brecht-Platz

Der KZ-Verband/Verband der Antifaschisten und Antifaschistinnen Salzburgs hat am Sonntag, 25. Juli 2021, zur offiziellen Eröffnung der 101. Salzburger Festspiele den vormals als Sigmundsplatz bekannten Herbert-von-Karajan-Platz im Salzburger Festspielbezirk symbolisch in Bertolt-Brecht-Platz umbenannt.

Der Sprecher des KZ-Verbandes Siegfried Trenker nahm die symbolische Umbenennung vor.

Diese Umbenennung erfolgte unter anderem, weil die Antifaschisten und Antifaschistinnen der Meinung sind, dass… 

  •  …endlich Schluss sein muss mit der postumen Ehrung von Nationalsozialisten.
  • …das Gerede vom „Geschichte nicht auslöschen“ historischer und intellektueller Unfug ist. Straßennamen ehren Personen, sie sind nicht die Geschichte.
  • …ein „Zusatz- und Erklärtaferl“ an der Ehrung an sich nichts ändert.
  • …Hanna Feingold, die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde in Salzburg, recht hat, wenn sie sagt: „Wir brauchen keine Opportunisten als Vorbilder.“
  • …das Gerede, es handle sich ja eh nur um Mitläufer, politisch höchst gefährlich und auch entlarvend ist. Gerade die Mitläufer waren es, die die mörderische Zustimmungsdiktatur am Laufen gehalten haben.
  • …die wahren Vorbilder Frauen und Männer sind, die sich aktiv gegen den Vernichtungskrieg und gegen die industrielle Ermordung von Millionen Menschen gestellt haben.
  • …jene Menschen unsere ehrende Erinnerung zusteht, die vertrieben wurden, die vergast wurden, die zu Tode gequält wurden, die mit Giftspritzen ins Herz getötet wurden, denen der Kopf abgeschnitten wurde. Die Nationalsozialisten wollten sie und ihre Namen ausradieren.
  • …das Gerede von den Leistungen der Nationalsozialisten nach der Befreiung 1945 eine Verhöhnung der Opfer ist. Die Vertriebenen und Ermordeten hatten gar keine Gelegenheit, sich für das Gemeinwohl zu engagieren; sie waren vertrieben oder tot.
  • …das Gedenken an die Opfer der NS-Mörderbande und ihrer Helferleins auch ein Eintreten für eine humane und solidarische Zukunft ist.

…und weil wir der Meinung sind, dass gerade der Umgang mit Bertholt Brecht, mit Gottfried von Einem zeigt, wie tief das Nazitum, wie tief der Antisemitismus in den Köpfen in Salzburg nach 1945 verankert blieb.

Der Schauspieler Florian Friedrich las Texte von Thomas Bernhard und Bert Brecht.

Einen herzlichen Dank an Florian Friedrich für seine großartige Unterstützung. Der Schauspieler Florian Friedrich las Texte von Thomas Bernhard und Bert Brecht. florian-friedrich.at/